Erzieherinnen, Pinsel und Akkuschrauber
Die neue Kita ist jetzt halbwegs in Betrieb. Solch eine Einrichtung zum Laufen zu bringen, ist ein aufwendiges Unterfangen. Das funktioniert ohne motivierte Mitarbeitende gar nicht. Erzieherinnen sind Akrobatinnen mit Pinsel und Akkuschrauber – Erkenntnisse unseres Autors als Kirchenvorstand. Buschmanns Kosmos, neueste Edition.
Von Ulf Buschmann
Das steht sie, die neue Kita. Hell, mit viel Licht und ausreichend Platz für die Kurzen von der Krippe bis zur Einschulung. Meine Kirchengemeinde ist als Betreiberin auserkoren worden. Als Kirchenvorstand obliegt es mir, mich um die IT zu kümmern. Jetzt, kurz vor Beginn des neuen Kitajahres, ist die Kita nicht mehr als ein fertiger Bau. Die Handwerker sind mit letzten Arbeiten beschäftigt. Hier wird der Boden versiegelt, dort wird der Fahrstuhl eingebaut und an einer anderen Stelle müssen die Handläufe am Treppenaufgang montiert werden. Ich kann mir als Laie ganz und gar nicht vorstellen, wie es hier aussieht, wenn Kinder durch die Räume toben.
Zwei Wochen später hat sich dieser nüchterne Rohbau unglaublich verändert. Bunte Blumenbilder an den Türen, eine riesige Welle an der einen Wand und viele kleine Dinge empfangen die kleinen und großen Besucher. Oder besser: Das Interieur lässt mich schmunzeln. Ich glaube, hier werden es die Mädchen und Jungen gut haben.
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Zwei Wochen später hat sich dieser nüchterne Rohbau unglaublich verändert. Bunte Blumenbilder an den Türen, eine riesige Welle an der einen Wand und viele kleine Dinge empfangen die kleinen und großen Besucher. Oder besser: Das Interieur lässt mich schmunzeln. Ich glaube, hier werden es die Mädchen und Jungen gut haben.
Ich habe in diesen Tagen gelernt: Eine Kita verwandelt sich in so kurzer Zeit nur mithilfe eines engagierten Teams von Mitarbeitenden in eine Art Kinderparadies. Erzieherinnen mit Abschluss und im Anerkennungsjahr und die neuen Azubis haben vom ersten Tag an losgelegt – quasi wie der Hase aus der Duracell-Werbung. Sie alle denken sich schöne Motive für Wände, Fenster und Türen aus. Und sie setzen das alles auch noch selbst um. Hier schreit keiner nach einem Dienstleister.
Krippenkinder und Akkuschrauber
Pinsel und Farbe haben bei den Erzieherinnen in diesen Tagen ausgedient. Wer nicht gerade mit der Eingewöhnung der neuen Krippenkinder beschäftigt ist, hantiert virtuos mit Akkuschrauber und Schraubendreher. Wie an diesem Tag. Alle Kinder sind fort, es ist ruhig in den Räumen. Im Eingangsbereich sitzen drei, vier Frauen und kämpfen sich durch die komplizierten Montageanleitungen der neuen Büromöbel. Schlechte Laune hat hier niemand. Auch nicht die beiden Kolleginnen, die oben und unten in einem kleinen Raum die Krippenmöbel mit den mitgelieferten Inbusschlüsseln zusammenschrauben. Die Atmosphäre sorgt auch bei mir für einen Gute-Laune-Schub.
Zwischen Montageanleitung und Schrauberei bleibt Zeit für einen kurzen Schnack. Ich habe vor kurzem gehört, dass das Team nicht nur malert und schraubt, sondern auch noch mit dem nicht zu vermeidenden Baustaub zu kämpfen hat. „Waren die Popel in der Nase sehr lang?“, frage ich. „Nö, gar nicht“, antwortet mir die Leiterin, während sie weiterschraubt. Ich schaue mich noch ein bisschen um und entdecke die Wanne für die Kleinen, die einer Welle nachempfunden ist. Eines unserer Vorstandsmitglieder, die ihr Kind bei uns in der Krippe hat, berichtete davon höchst begeistert.
Ich verabschiede mich für diesen Tag. Mit einem breiten Grinsen setze ich mich auf mein Fahrrad und radele davon.