Das Netzwerk und ich

Ein bisschen Erfahrung mit IT-Netzwerken hat unser Autor. Nur dann, wenn ein oder mehrere Switches im Spiel sind, gibt er auf. Fast zumindest – neues aus Buschmanns Kosmos.

Von Ulf Buschmann

Die Woche beginnt eigentlich schön. Ich schaue aus meinem Schlafzimmer auf die grünen hohen Bäume bei den Nachbarn, die Sonne scheint hinein. An diesem Montag gönne ich mir nach einem beschäftigungsreichen Wochenende eine Stunde länger im Bett. Das ist zumindest der Plan. Aber um 7.45 Uhr klingelt das Telefon. Als ich die Nummer unseres Gemeindebüros sehe, schwant mir Böses. „Hilfe, wir haben kein Internet“, ruft eine unserer drei Mitarbeitenden, „kannst Du herkommen?“ Ich schüttele mich innerlich kurz, und sage: „Ich mache mich gleich auf den Weg.“

Nach einer schnellen Dusche und einem noch schnelleren Frühstück stehe ich etwa 90 Minuten später in unserem Noch-Gemeindebüro. Internet? Nö, geht nicht. Drucken? Funktioniert auch nicht. Zum Glück hat mich unter der Dusche die Muse geküsst. Ich klemme einen unserer drei Rechner statt auf einen der drei Switches direkt auf den Router. Und siehe da, ein Rechner ist wieder online. Die Kolleginnen an den beiden anderen Arbeitsplätzen versuchen mehr schlecht als recht, mit dem schwachen WLAN klarzukommen.

Neuer Switch, gleiches Problem

Zugriff auf Netz über den Router, das funktioniert. Also kombiniere ich: Der Switch ist hin. Glücklicherweise habe ich schon ein neues Gerät fürs Büro bestellt. Damit alle arbeiten können, bin ich einen Tag später um 7 Uhr im Gemeindebüro. Alter Switch weg, neuer Switch ran. Das müsse ja funktionieren, denke ich mir. Jedoch: Fleutschepiepen, nichts geht. Was sehe ich da? Noch einen Switch. Den kennt nicht einmal unser IT-Dienstleister!

Also klemme ich den alten Switch Nummer eins wieder an und versuche es mit dem neuen Switch – geht auch nicht. Innerlich bin ich bereits bei der gestrigen Langes-Netzwerk-Kabel-schrottiges-WLAN-Lösung. Dann aber fällt mir ein, dass ich schauen soll, auf welcher Netzwerkdose die jeweiligen Rechner hängen. Ganz nebenbei stelle ich fest, dass eine vernünftige Netzwerkbeschriftung anders aussieht. Aber ich probiere es: „PC 1“ „Rechner 3“, die namenlose Dose und „PC 12“, an der unser großer Drucker hängt, ziehe ich aus dem Patchfeld und klemme. Das alles klemme ich auf die Box mit dem schönen altdeutschen Namen Fritz.

Der große Junge freut sich

Ich mag nicht hinschauen. Funktioniert es jetzt? Ja, tatsächlich. Alle Rechner sind wieder am Netz, auch drucken ist möglich. In diesem Moment werde ich wieder zum kleinen Ulf, der sich über seine neue Carrera-Rennbahn freut. Die konnte ich nämlich schon mit neun Jahren alleine aufbauen, ohne Teile zu viel zu haben. Unsere drei Gemeindemitarbeitenden freuen sich, logisch, mit mir, dass sie wieder arbeiten können.

Auf dem Weg nach Hause, lege ich noch schnell den Termin für die Verkabelung unseres neuen Büros mit unserem Dienstleister vom 28. auf den 29. Mai um. Was ich hingegen aus Unwissenheit verpennt habe, ist die Info für die Kirchen-IT. Ja, erklärt mit mein Ansprechpartner, es gehe darum fest sogenannte IP-Nummern zuzuweisen. Ob die Fachleute auch in der kommenden Woche Zeit haben, weiß ich noch nicht. Ich hoffe und bete!

Wieder was gelernt

Am Ende steht die Erkenntnis, dass ich wieder ein bisschen mehr in Sachen Netzwerk-Infrastruktur gelernt habe. Wenn es in den kommenden Jahren so weitergeht, eröffne ich vielleicht noch mein eigenes Systemhaus. Ich müsste dann etwa 70 Jahre alt sein.