So tankt man Wasserstoff

Wasserstoff ist ein Gas, entsprechend kompliziert gestaltet sich das Tanken, möchte man meinen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Von Andree Wächter

E-Autos sind zurzeit ziemlich hip. Die Reichweite einer Batterieladung wird immer besser. Was bei dem ganzen Hype oft vergessen wird ist, dass es noch eine andere Form des Antriebs gibt: Wasserstoff (H2). Im Gegensatz zum klassischen E-Auto wird der Strom während der Fahrt in einer Brennstoffzelle produziert. Wie sich ein H2-Auto fährt, steht in diesem Text.

Das „Tanken“ eines klassischen E-Autos erfolgt zu Hause oder eben an öffentlichen Ladesäulen. Der große Nachteil ist die lange Wartezeit. Hier sind Verbrenner klar im Vorteil, ein Tankvorgang dauert keine fünf Minuten. Genauso schnell lässt sich ein Wasserstoffauto betanken. Bevor man die Tankanlage nutzen kann, muss der Fahrer erst eine Tankkarte beantragen. Das geht unkompliziert, beispielsweise über die Seite oder die App von H2 Mobility. Die Tankkarte wird an der Zapfsäule in den Schlitz gesteckt und schon kann es losgehen.

Als Ergänzung oder auch Alternative zur Karte kann man auch per App die Zapfsäule freischalten. Das funktioniert genauso, als wenn man mit dem Smartphone im Supermarkt bezahlt. Am Monatsende bekommt man eine Rechnung über alle Tankvorgänge. Laut H2 Mobility befindet sich das Tanken mit der App noch in der Testphase. Entsprechend kann es noch zu Fehlern kommen. Auch sind noch nicht alle Tankstellen für das Smartphone ausgelegt.

H2-Auto: Der Tankablauf

Der Ablauf unterscheidet sich nicht zu sehr vom Tankvorgang mit Benzin oder Diesel. Bevor es losgeht, muss man sich das Schulungsvideo in der App ansehen. Auch ohne den Film wäre das Tanken selbsterklärend.



Das funktioniert so: Tanklappe am Auto öffnen, die Schutzkappe abziehen und dann die Tankpistole oder Tankkupplung mit dem Auto verbinden. Wichtig ist, dass sie richtig einrastet. Bei der Tankpistole muss man wie beim gewöhnlichen Tanken am Griff ziehen, bis dieser einrastet. Jetzt kann der Tankvorgang starten. Dazu muss man die grüne Taste an der Zapfsäule drücken. Im Display wird angezeigt, wie voll der Tank ist. Wasserstoff wird in der Einheit Kilogramm berechnet, nicht in Liter wie Benzin. Wenn der Tank voll ist, wird der Vorgang automatisch beendet. Man kann aber auch jederzeit über den roten Stoppknopf den Vorgang beenden.

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Nun muss die Tankpistole wieder zurück gehängt werden. Dazu muss man die Verriegelung entsperren, sie abziehen und wieder an der Zapfsäule einhängen. Bei der Tankkupplung rastet ein Verriegelungsring hörbar ein. Das weitere Vorgehen ist identisch.

Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Tankgröße auch davon, wie viele Verbraucher wie zum Beispiel Radio oder Klimaanlage in Betrieb sind. Laut Hersteller liegt der Verbrauch zwischen 0,7 und 0,8 Kilogramm pro 100 Kilometer. Bei einem Tankvolumen von 5,6 bis 6,3 Kilogramm kann bis zu 750 Kilometer weit fahren, bevor erneut getankt werden muss.

Über die Probefahrt / Transparenz

Das Wasserstoff-Auto stellte mir das Autohaus am Damm, Nienburg zur Verfügung. Es gab und gibt keine Absprachen, keinen (monetären) Vorteil o.ä., die meine Berichterstattung beeinflusst haben.

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