Ausbildung: Berufswunsch klar vor Augen

Julian, Ole und Luca gehen noch zur Schule. Über ihr Hobby Musik wissen sie schon genau, wohin es beruflich gehen soll. Bei einer Ausbildung dreht sich alles um Bühnenbau und Technik.

Von Andree Wächter

Was will ich einmal werden? Eine Frage, die sich Schüler vor dem Verlassen der Schule stellen sollten und nicht erst jetzt, wenn die Entlassungsfeiern stattfinden. Einige Teenager wissen schon früh sehr genau, wo die berufliche Reise hingehen soll. Zu ihnen gehören Julian Braun, Luca Wendte und Ole Stegemeier. Die drei gehen auf das Gymnasium Bruchhausen-Vilsen. Ihr Traumjob hat viel mit Bühnen und deren Technik zu tun. Weichensteller waren eine Schulband, eine Technik-AG und Corona.

Nach dem Abi: Berufswunsch eine Ausbildung im Bühnenbereich

„Es ist eine klare Option, nach dem Abi im Bühnenbereich zu arbeiten“, sagen Julian und Ole. Für Luca ist der Berufswunsch etwas weiter gefasst: „Was mit Technik oder Elektronik.“ Ihr Faible für die Bühne haben die Teenager über die Schulband Tuesday bekommen.

Während Luca und Julian auf der Bühne standen, gehörte Ole zum Team hinter der Bühne. „Wir fanden es immer cool, was die Techniker da gemacht haben“, sagt Julian. Schnell fingen sie an, sich auch für das Ganze zwischen Bühne und Lautsprecher zu interessieren. Den ersten Input gab es von Julian Brauns Vater Michael. Er gehört zum Hausmeisterteam der Schule.

Ole (links) am Ton-Mischpult und Julian steuert über den Touchscreen die vielen Leuchten und Lichteffekte

Ole (links) am Ton-Mischpult und Julian steuert über den Touchscreen die vielen Leuchten und Lichteffekte

Fortan waren sie Mitglieder der Technik-AG und kümmerten sich um den richtigen Sound und passendes Licht bei Schulveranstaltungen. Wie etwas gut funktioniert, war viel „Learning by doing“ , so Julian Braun. Inzwischen sind sie und die weiteren Mitglieder der Technik-AG fit im Umgang mit der Veranstaltungstechnik in der Schule. „Wer Lust hat, kann gerne in die AG kommen“, so der Aufruf. Denn Nachwuchs wird immer benötigt.

Während des ersten Corona-Lockdowns gab es im Break Out (B.O.) Kulturhaus in Asendorf den „Kultur Biergarten”. Dort trat die Schülerband Tuesday auf. Ole sorgte am Mischpult für den richtigen Sound. Ole Stegemeier: „Ich habe einen lockeren Spruch losgelassen.“ Dass aus: „Ich habe Bock zu mischen und nichts zu tun. Wenn ihr Bedarf habt, dann sagt Bescheid“, mal Realität wird, hätte sich der 18-Jährige vermutlich auch nicht träumen lassen.

Technik im B.O.

Im Oktober 2020 war es dann so weit. Ole durfte im B.O. das erste Mal mit anpacken. Seit Januar 2021 ist Ole regelmäßig im Einsatz. Da die Aufgaben vielfältig sind, holte er noch seine Freunde Julian und Luca mit ins Boot. Für die Technik im B.O. ist Emil Richters von der Firma Audiobeast verantwortlich. Er betreut die drei Nachwuchstechniker und gibt ihnen Tipps und verrät Tricks.

Zu ihren Aufgaben im B.O. gehören die Bühne vorbereiten, Monitoring, Soundcheck und Video. Im Vorfeld schicken die Musiker einen sogenannten Technical Rider. In ihm steht exakt, was die Künstler an Mikros und Monitorboxen benötigen und wie der Bühnenaufbau ist. Diesen gilt es dann umzusetzen.

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Während es beim Sound begrenzten Spielraum gibt, kann Julian beim Licht oft seiner Kreativität freien Lauf lassen. „Das Design hängt von den verfügbaren Mitteln ab“, meint Julian. Es gehe immer um die Frage: Was kann ich mit den verschiedenen Lichtern machen und wie kann ich sie sinnvoll einsetzten? Hinzu kommen teilweise noch Vorgaben der Künstler. Gesteuert wird alles über ein digitales Lichtpult.

Wegen Corona fanden viele Veranstaltungen nur als Livestream statt. Später folgten dann einige Events als Hybrid. Meint: neben einer begrenzten Besucherzahl können weitere Männer und Frauen das Konzert am Rechner verfolgen. Inzwischen ist das Live-Feeling wieder zurück.

Ein weiterer wichtiger Baustein für das spätere Berufsleben ist das Zeitmanagement. Dies ist auch für die Nachwuchs-Techniker wichtig. Bis zum Einlass des Publikums müssen sie fertig sein. Auch während des Auftritts können Probleme auftreten, die schnell gelöst werden müssen.

Bühnentechniker als Problemlöser

Bei einem Auftritt war auf einmal das Signal von der Bühne zum Mischpult unterbrochen. „Wir wussten gar nicht, was los war“, sagt Ole. Und Julian ergänzt: „Nach dem Überprüfen der Stecker entschlossen wir uns, schnell ein neues Kabel zu verlegen.“ Luca sagt stolz: „Nach rund zehn Minuten ging das Konzert weiter.“

Beim Abbau entdeckten die Gymnasiasten dann den Fehler. Vermutlich hatte eine Frau mit Pumps mit Pfennigabsätzen  exakt die wenigen freien Zentimeter zwischen schützendem Kabelkanal und Bühne erwischt und so zum Kabelbruch beigetragen.

Trotz dieses Drucks ist Humor eine weitere wichtige Eigenschaft. „Wir haben hier alle viel Spaß“,  sagt Luca. Dies bezieht sich nicht nur auf das Technik-Trio, sondern schließt Emil Richters und alle weiteren B.O.-Mitarbeiter ein.

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